Windkraft in Attendorn
Stellungnahme in der Stadtverordnetenversammlung am 24. Juni 2015:
Mit der Schlagzeile und dem Vorwurf Politik und Verwaltung in Attendorn würden im vorauseilenden Gehorsam Entscheidungen über die Köpfe der Bürger machen, weise ich entschieden zurück. Die Bürgerinitiative, die sich nach meinem Kenntnisstand weder bei öffentlichen Veranstaltungen noch bei Politik und Verwaltung über die Sachstände informiert hat stellt nun in einem eigenen Informationsblatt und in gewissen Pressemitteilungen Halbwahrheiten dar, die man so nicht stehen lassen kann. Kritik, immer berechtigt angebracht, sollte nicht durch Ablehnung sondern ebenso durch Alternativen begründet werden.
Fakt ist:
Es gibt anders als dargestellt klare Richtlinien seitens der Landes -/Bundesregierung zum Thema Windkraftanlagen. Die kann auch eine Kommune nicht einfach wegwischen. Ob es nun kann oder soll heißt macht da nicht den großen Unterschied. Der Windenergie ist substanziell Raum zu schaffen! Dies ist mit etlichen Gesetzestexten und Urteilen mittlerweile unwiderlegbar.
Ist also eine Kommune nicht in der Lage entsprechende Vorrangzonen - natürlich unter Berücksichtigung von harten- weichen Tabuzonen und Umwelt- und verschiedener anders benötigter Gutachten - darzulegen, wird ihr das Heft des Handelns aus der Hand genommen und sie bekommt es aufgezwungen.
Die Aufgabe von Windkraftbefürwortern und Windkraftgegnern kann es nicht sein, sich gegenseitig mit Schuldvorwürfen zu belasten. Aufgabe muss es sein, gemeinsam einen verträglichen Konsens zu erarbeiten. Darin sollten die Schwerpunkte wie Verantwortung für Mensch, Tier und Landschaft genauso Berücksichtigung finden wie das Thema gesicherte Energieversorgung. Noch kann die Kommune „steuern“, gibt es allerdings Investoren, denen das Wohl der Bevölkerung nicht am Herzen liegt sondern vielmehr der Profit, werden wir eine Verspagelung der Landschaft nicht mehr verhindern können. Das kann nicht das Ziel sein!
Dann lieber eine Bündelung von Windkraftanlagen unter Mitnahme der Bevölkerung zur Erhaltung der Wertschöpfung vor Ort.
Die Projektentwicklungsgesellschaft wird hier von uns als ein wesentliches Steuerungsmodul eingestuft. Mit Unverständnis und von der Außenwirkung eher negativ beeinflusst nehmen wir das Ausscheren der Sparkasse zu Kenntnis obwohl dies eine kommunale Einrichtung ist und sich zu 50% im Besitz der Hansestadt Attendorn befindet.