CDU-Ortsverband Attendorn zu Besuch bei der Firma Aquatherm in Biggen

Der Einladung des CDU Ortsverbandes Attendorn, die Fa. Aquatherm zu besichtigen, folgte eine Vielzahl technisch interessierter Attendorner. Die Teilnehmer trafen sich am 24.11. am Hauptsitz der Fa. in Attendorn Biggen.

Hier konnte der Vorsitzende Thorsten Wurm unter den Gästen hohen Besuch begrüßen, denn sogar MdL Jochen Ritter war dem Ruf nach Attendorn gefolgt – die Betriebsbesichtigung stand unter dem Motto „Traditionsbewusst, Innovativ, Modern, Familiengeführt, Standort treu“.

Einer der drei Geschäftsführer der Fa. Aquatherm GmbH, Maik Rosenberg, hatte es sich nicht nehmen lassen, persönlich in der 4 stündigen Veranstaltung der Gruppe und MdL Ritter nicht nur das mit einem Familienfest im Juni diesen Jahres eingeweihte Gebäude für die neue Rohrfertigung (Extrusion) zu zeigen und zu erklären, sondern auch in einem intensiven Dialog mit den Teilnehmern über das Unternehmen und dessen Wertvorstellung und Ziele zu diskutieren.

Flankiert wurde das Ganze durch einem intensiven Dialog über aktuelle Kommunalpolitische Themen, erweitert um wichtige landespolitische Themen, die seit Wechsel der Landesregierung „angepackt wurden“.

Ein sichtlich motivierter Maik Rosenberg spannte den Bogen von der Unternehmensgründung vor 44 Jahren in einer Ennester Garage durch Vater Gerhard Rosenberg (Fa. für die Herstellung und den Vertrieb von Fußbodenheizungen) zum jetzigen Status der Firma als Global Player.

Global Player deshalb, da Dank eines gut ausgebauten Netzwerkes an Vertriebspartnern aquatherm Produkte heute rund um den Globus in mehr als 70 Ländern erhältlich sind. Wichtige Märkte sind hier die USA, China und die Teilnehmer glaubten es kaum, Ägypten. Klaus Böckeler konnte hier von einem interessanten Urlaubserlebnis in Theben berichten – bei dem er an einer nicht erwarteten Stelle vor dem „etwas ungewöhnlichen“ Vertriebsgebäude der Fa. Aquatherm stand.

In den mehr als 40 vergangenen Jahren hat sich das Unternehmen zum weltweit führenden Hersteller von Kunststoff-Rohrleitungssystemen für die Haustechnik und den Anlagenbau entwickelt. Zu den Einsatzgebieten zählen beispielsweise Trinkwasseranwendungen, Heizungsanlagenbau, Brandschutz-Sprinklersysteme, Klima- und Kältetechnik sowie Flächenheiz- und Kühlsysteme.

Zurzeit beschäftigt das Unternehmen weltweit 600 Mitarbeiter in Deutschland, Italien und USA – produziert wird ausschließlich an den beiden dt. Standorten Attendorn (Hauptsitz) und in Radeberg.

Aquatherm hat mehr als 15 Millionen Euro in die neue Fertigungsstätte und -peripherie investiert. Mit einer Gebäudefläche von ca. 15.500 Quadratmetern bietet der Neubau Platz für 32 Produktionslinien. Aktuell sind 19 Anlagen installiert und in Betrieb. Gefertigt wird im 3-Schichtsystem an sieben Tage die Woche. Der Durchmesser der hergestellten Kunststoff-Rohre reicht von 20 bis 630 mm. Z. Zt. fertigt Aquatherm jährlich 40 Millionen Meter Kunststoff-Rohr – eine Länge, die man einander gereiht einmal um den Äquator legen könnte.

Das Gebäude mit 90.000 m3 umbauten Raum über drei Etagen wurde nach den neusten Energie- und Umweltstandards konzipiert und errichtet. Ein intelligentes Lüftungssystem nutzt das beim Herstellungsprozess entstehende Warmwasser und die Abwärme zur Beheizung des Gebäudes. Hiermit ist das Gebäude bzgl. des Wärmeverbrauchs Energie autark.

 

Eine der modernsten Polypropylen-Rohrextrusionen weltweit

Maik Rosenberg schwärmte vom „Teamspirit“, mit dem man von der ersten Idee im Herbst 2009, über den Spatenstich im April 2015 bis zum ersten Meter Rohr im Sommer 2016 bis in zur vollständigen Inbetriebnahme im April diesen Jahres dieses Projekt vorangetrieben hat. Überraschend war für die Teilnehmer, dass viele technische Lösungen selbst von der Fa. Aquatherm aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrungen entwickelt wurden.

Mit dem Neubau haben wir eine der modernsten Polypropylen-Rohrextrusionen der Welt geschaffen und die Benchmark in der Branche neu gesetzt“, so Rosenberg.

Ortsverbands Vorsitzender Thorsten Wurm erläuterte, dass insbesondere die Inhabergeführten Industrie- und Gewerbebetriebe eine wichtige tragende Säule für die finanzielle Situation des Kreises Olpe und für die prosperierende Entwicklung der Stadt Attendorn darstellen. Im Kreis Olpe kann man „fast“ von Vollbeschäftigung sprechen – nicht umsonst hatte Herr Dr. Heider im Bundeswahlkampf mit dem Slogan „mehr Sauerland für Deutschland“ geworben.

„Herr Rosenberg, welche Rahmenbedingungen muss die Kommunal- u. Landespolitik für Mittelständische Unternehmen schaffen? Welche Erwartungshaltung hat hier die Fam. Rosenberg? Warum hat Attendorn so einen hohen Stellenwert für Sie und Ihre Familie?“

 

Rosenberg – wichtige Rahmenbedingungen

Wichtig war und ist für die Fam. Rosenberg die Flächenverfügbarkeit am Standort Biggen um eine flächenhafte, zusammenhängende, bauliche Entwicklung der Firma zu gewährleisten („so waren wir auf Flächenzukäufe im Bereich Eckenbachtal nicht angewiesen“).

Das Qualitätslabel „Made in Germany“ stellt hier für unsere Produkte einen sehr wichtigen Baustein dar.

Die Fa. lebt des Weiteren von einem attraktiven Wohn,- Freizeit- und Ausbildungsstandort in einer wunderbaren Naturlandschaft; Standortfaktoren, die für einen wichtigeren Baustein des Firmenerfolges von Bedeutung sind – die Mitarbeiter. Hierzu gehört es natürlich auch im Rahmen des sich immer mehr abzeichnenden Fachkräftemangels, Top Mitarbeiter für Attendorn gewinnen zu können.

 

Rosenberg bekennender Attendorner

Rosenberg, bekennender Attendorner (O-Ton – „Attendorn ist geil“) bekräftigt den bereits von der CDU vorangetriebenen Prozess der Innenstadtentwicklung unter BM Hillecke als wichtigen Baustein zur Attraktivitätssicherung. Hier hat die Kommunalpolitik einen wichtigen unverzichtbaren Schritt getan, um Attendorn zukunftsfähig zu machen. Das „ewige Schlechtreden“ der Transformationsprozesse ist unerträglich.

Der beschlossene Bau eines Kinos als ein Baustein hiervon wurde ausdrücklich begrüßt.

Rosenberg betonte in diesem Zusammenhang, dass die Fa. Aquatherm bei ihren Bauvorhaben, sofern möglich, auf heimische Freiberufler (z. B. Archtitekturbüro Hengstebeck), Dienstleister und Hersteller Firmen (z.B. Baufirma Mees und Quast) zurückgreift und zurückgegriffen hat.

Weiterer wichtiger Punkt für Rosenberg ist die flächendeckende Breitbandversorgung – auch im Rahmen der Betriebsführung wurde die „digitale Verzahnung“ der Entwicklungs- u. Produktions- und Vertriebsprozesse (Stichwort Industrie 4.0, 3D_Modellierung, BIM-Dateien)“ deutlich. Hier ist allerdings die Fa. schon in „Vorleistung“ gegangen und hat für den Standort eine 200 Mbit Leitung verlegt. MdL Jochen Ritter konnte hierzu berichten, dass die Landesregierung anstrebt, noch einen Schritt weiterzugehen, um 1 Gbit Verbindungen in NRW ermöglichen zu können.

Im Hinblick auf die mittel- bis langfristigen Ziele der Fa. Aquatherm, u. a. die Produktionskapazitäten am Standort Biggen auszubauen wird, dringend eine Leistungsfähige Infrastruktur benötigt. Hierzu zählt nicht nur die überörtliche Infrastruktur (sprich Sanierung und Ausbau der Autobahn A 45), sondern auch vor dem Hintergrund der Entwicklung des Industriegebiets Eckenbachtal die Anbindung an die Autobahn von Attendorn nach Olpe, der Ausbau der Landesstraße L 512. Aufgrund der guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den Entwicklungszielen der Attendorner Industrie wird hier der Güterverkehr noch immens zunehmen. MdL Ritter hat hier bereits den direkten Kontakt zu Verkehrsminister Hendrik Wüst gesucht.

Hemmnisse stellen laut Rosenberg eine überbordende Bürokratisierung dar – hier sind insbesondere Genehmigungsverfahren und die weitere Verschärfung der Umwelt- und Sicherheitsauflagen zu nennen. In Bezug auf die Brandschutzbestimmungen (im neuen Gebäude wurde eigens ein Löschwassersystem mit einem Speicher von 845 m3 und 1.500 Sprinkler (eigene Systementwicklung) verbaut), konnte er ansatzweise Verständnis für die Verzögerung beim Bau des Berliner Flughafens aufbringen. MdL Ritter verwies in diesem Zusammenhang auf das Entfesselungspaket I u. II der Regierungskoalition – dies wird unnötige Bürokratie abbauen.

Rosenberg fordert hier von der Politik weiterhin Initiative zu zeigen und Ziele beharrlich zu verfolgen– auch wenn es manchmal unbequem und unpopulär ist.

Nach einer für die Teilnehmer beeindruckenden Betriebsführung entwickelte sich eine intensive Diskussion, bei der Rosenberg eingehender die weiteren Entwicklungsziele für den Standort Attendorn beschrieb.

Zeichen stehen auf Wachstum

Das ehemalige Extrusionsgebäude wird für 2,4 Mio. € modernisiert und zukünftig die Spritzgießproduktion beherbergen. Die neue Produktionsstätte wird mit ca. 4.750 Quadratmetern Gebäudefläche die Möglichkeit für künftige Kapazitätserweiterungen bieten. Dies ist wichtig, weil Aquatherm deutliches Wachstum im Bereich der Großformteile generieren möchten.

In den ehemaligen Räumlichkeiten der Vorfertigung entsteht in der zweiten Jahreshälfte 2018 ein modernes Schulungs- und Seminarzentrum. Im letzten Projektschritt werden die Flächen des heutigen Schulungszentrums für den benachbarten Werkzeugbau ausgebaut und die heutige Bestandsfläche dieser strategisch wichtigen Abteilung nahezu verdoppelt.

Für aquatherm ist es das dritte große Bauprojekt innerhalb kurzer Zeit. Bereits im April eröffneten die drei Geschäftsführer Dirk, Maik und Christof Rosenberg zusammen mit dem Vorsitzenden des Beirats und Firmengründer Gerhard Rosenberg die neue, über 7.600 Quadratmeter große nordamerikanische Niederlassung in Lindon im US-Bundesstatt Utah.

Der Standort Attendorn wird nach den Umbauten zusätzlich weitere 45 Mitarbeiter beschäftigen – es werden dann an diesem Standort 423 Mitarbeiter beschäftigt sein.

Aquatherm soll „eigenständig, Familien geführt und zukunftssicher (innovativ), und Standort treu“ zur Übergabe an die 3. Generation vorbereitet werden.

Die Teilnehmer zeigten sich weiterhin beeindruckt vom „gelebten Miteinander“ in der Fa. – von der hohen Qualität der MA-Räume, der persönlichen Ansprache untereinander, der Unternehmenstransparenz mit den zugehörigen Umsatzbeteiligungen der Mitarbeiter (Motivation). Ebenfalls wurde die sehr positive Rückkoppelung im Bereich der „sozialen Netzwerke“ hervorgehoben.

Auf Nachfrage nach „sozialem Engagement“ teilte Maik Rosenberg mit, dass dies bei der Fam. Rosenberg ebenfalls großgeschrieben wird– neben der Rosenberg Stiftung wurden mehrere soziale Projekte im Ausland angesprochen.

 Maik Rosenberg wurde bei der persönlichen Verabschiedung aller Teilnehmer eine „Gesamtentwicklung“ bescheinigt, die als vorbildlich zu bezeichnen ist – O-Ton Hr. Köster: „Hr. Rosenberg ich bin froh, dass ich das in meinem Leben noch erleben durfte.“